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15Jul 130

Social Media: Kleine Kinder halten sich die Augen zu – und was machen Sie?

am Montag, den 15. Juli 2013

"Kleine Kinder halten sich die Augen zu, in der vollen Überzeugung, dann nicht mehr gesehen zu werden." - so habe ich neulich in einem Blogbeitrag über Social Media gelesen - und dieses Beispiel wurde genutzt um darzustellen, dass auch viele Unternehmen sich so im Netz verhalten.

Unsere Standardvorgehensweise für die Begleitung von Unternehmen zum "Social Business" startet meist genau an dieser Stelle. Heutige Unternehmen stehen nicht mehr vor der Wahl, ob sie sich im Netz und vor allem in den sozialen Netzwerken beteiligen wollen.

Man kann sich durchaus noch die Frage stellen, ob ein aktiver Auftritt in den sozialen Netzwerken ("Social Media") oder gar ein unternehmensinternes soziales Netzwerk ("Social Business") bereits jetzt der richtige Schritt für das Unternehmen ist. Ein vollständiges Umgehen der sozialen Netzwerke verbietet sich aber schon seit langem für ein Unternehmen - es gleich dem Kleinkind im oben dargestellten Beispiel.

Die Kunden und auch die eigenen Mitarbeiter tummeln sich dort sowieso schon. Diskussionen, Lob und auch Kritik erfolgt sowieso. Die Meinung nicht Teil eines Shitstorms werden zu können, weil man sich dem Medium verschließt, ist ein gewaltiger Fehlglaube vieler Unternehmenslenker. Sicherlich stehen kleine Unternehmen mit einer geringeren Marktdurchdringung nicht so stark an der Front wie ein (Multi)nationaler Konzern. Aber schon eine regional geführte Diskussion in einem Fachportal kann gewaltigen Schaden - aber auch Nutzen mit sich bringen.

 

Über keinen Kanal kann ein Unternehmen so leicht Informationen bekommen, was die Kunden wirklich von ihm denken (übrigens auch die Mitarbeiter). Was stört Kunden wirklich und was erwarten sie vom Unternehmen. Was gefällt Kunden und welche Stärken sollte das Unternehmen weiter ausbauen? Solch ein Dialog mit dem Kunden kann für das Unternehmen von immensem Nutzen sein.

Wenn man dann wirklich auf Kritik stößt, so ist dies doch eher positiv zu sehen. Zumindest weiß das Unternehmen dann schon einmal von Unzufriedenheiten und kann reagieren. Meist ist es die fehlende oder arrogant falsche Reaktion, die den Unmut der Netzgemeinde erst aufkommen lässt.

Jedes Unternehmen muss hier eine Strategie entwickeln (und griffbereit im der Schublade haben), wie man mit der Kritik umgeht - da gibt es kein Patentrezept, welches man sich mal "herunterladen" kann. Aber viele Unternehmen sind schon aus einem Shitstorm gestärkt herausgegangen.

Fazit: Kind, nicht die Augen verschließen, die anderen sehen Dich trotzdem. Einfach in die Diskussion einsteigen und auch mal zu einem Fehler stehen.

13Jun 120

Social Enterprise 2.0

am Mittwoch, den 13. Juni 2012

"Perspektive Mittelstand" hat einen interessanten Artikel von Dirk Hellmuth zum Thema "Social Enterprise 2.0 - die Unternehmensorganisation der Zukunft" veröffentlicht.

Dort ist sehr schön zusammengefasst, vor welchen Herausforderungen sich die Unternehmen befinden, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit (und ihre Mitarbeiter und deren Fachkenntnis) behalten wollen und neue Mitarbeiter für sich gewinnen wollen.

Auch klar herausgearbeitet ist der Punkt, dass die IT nur ein Mittel ist, den Unternehmenswandel zu einem Social Enterprise zu unterstützen - und nicht umgekehrt.

20Dez 110

Kollaboration bei der Bayer AG

am Dienstag, den 20. Dezember 2011

Die Bayer AG stellt derzeit einige Teile ihrer IT-Landschaft um. Neben der Umstellung auf Windows 7 und Microsoft Exchange bzw. Microsoft Outlook), musste das Management festlegen, wie die Mitarbeiter in der Zukunft zusammenarbeiten werden. Es wurde sich nicht für ein Microsoft-Produkt entschieden, sondern Connections von IBM ausgewählt.

Der Ausschlaggebende Grund IBM Connections als Kollaborationslösung einzusetzen, ist die Einfachheit der Software, so sagt De Ruwe (CIO bei Bayer MaterialScience). Connections wird bereits bei Bayer MaterialScience und Teilbereichen von Bayer Healthcare seit zwei Jahre mit wachsendem Erfolg eingesetzt. Die Zahl der teilnehmenden Mitarbeiter, die sich weltweit vernetzen und so Wissen teilen oder Probleme lösen, wächst stetig. Heut arbeiten bereits ca. 8.000 Personen in IBM Connections.

Herr De Ruwe fühlt sich in seiner Annahme "Was simpel ist, wird auch genutzt." bestätigt. Ganz bewusst wurden bei der Einführung von Connections keine speziellen Schulungen vorgenommen. Es wurde mit zwei Piloten begonnen und wer Fragen hatte konnte fragen, wer ausprobieren wollte, durfte ausprobieren, und wer skeptisch war, konnte abwarten. Erst jetzt, nachdem sich die Nutzung von Connections verstärkt hat, werden gezielt Schulungen durchgeführt.

"Die Technik trägt nicht den größten Anteil an dem Erfolg  des Tools. Aber Sie ist wichtig", sagt De Ruwe.

Genauso wichtig ist die Einstellung der Kollegen und diese zu ändern. Mitarbeiter sollen Wissen leicht und schnell austauschen können und wollen. Viele Informationen fließen natürlich auf dem bilateralem Wege, doch ist es schwer sich mit Kollegen auf anderen Kontinenten auszutauschen. Deswegen wird Connections ab ab 2012 einem Großteil der 110.000 Anwender zur Verfügung stehen. Probleme können so schneller gelöst und Innovationen effizienter entwickelt werden.

"Damit liefern wir einem echten Mehrwert für das gesamte Unternehmen", so De Ruwe.

Quelle: cio.de - Collaboration ohne Microsoft

1Nov 110

Wie sozial ist die IT in Ihrem Unternehmen?

am Dienstag, den 1. November 2011

Ob es sich um das soziale Engagement des Einzelnen, unsere soziale Marktwirtschaft oder soziales Verhalten geht – überall wird der Begriff sozial mit einer positiven Grundbedeutung genutzt. Allgegenwärtig ist die aus dem Lateinischen von socius abstammende Vokabel, die so viel wie gemeinsam, verbunden oder verbündet bedeutet. Auch in der Informationstechnologie hat die soziale Komponente Einzug gehalten. Dabei sind die wenigsten in der Lage, Begriffe wie Social Networking, Social Business oder Social Software klar zu definieren. Jeder weiß aber genau, dass man sich damit auf jeden Fall auseinander setzen muss.

Wie so oft in der Informationsbranche handelt es sich bei den sozialen Netzwerken um nichts Neues. Schon in den 1990er-Jahren haben sich Menschen über Dienste wie CompuServe oder AOL in einem Netzwerk zusammengeschlossen und sich ausgetauscht. Daran hat sich im Grundprinzip bis heute nichts geändert.

Damals waren es noch „Computerfreaks“, die sich mit Modems und entsprechendem Technikwissen in das Netzwerk eingewählt haben. Heute hat jeder Zugang zu diesem Medium. Das Internet ist massentauglich geworden. Es mangelt nicht an kostengünstigen überall verfügbaren Angeboten.

Schon seit Jahren ist es für Internetbenutzer Gewohnheit, sich über Foren, Blogs und Wikis zu bestimmten Themen auszutauschen. Bei nahezu allen Alltagsproblemen kann man Hilfe im Netz finden – und wenn man möchte, seine eigenen Erfahrungen auch anderen Benutzern zur Verfügung stellen. Ob es dabei um Krankheiten, die Erfahrungen mit einem Urlaubshotel oder technische Probleme geht – im Netz findet sich für alle Probleme eine Lösung. Google sei Dank!

Diese Art der Kommunikation wurde in der Vergangenheit aber nie als „Soziales Netzwerk“ bezeichnet. Erst mit Angeboten wie XING, MySpace, LinkedIn, Schüler- oder StudiVZ, YouTube, Twitter und Facebook wurde der Begriff „geboren“. Stand bei den alten Foren noch ein konkretes Thema im Vordergrund, so ist es jetzt die Vernetzung der Personen untereinander und der Austausch von Wichtigem oder Belanglosigkeiten. Die Geburt des Kindes und das Genießen eines Latte Macchiato haben den gleichen Stellenwert.

Spätestens seitdem diese Netzwerke als Quelle in den Berichterstattungen der klassischen Medien Einzug gehalten haben, hat auch fast jeder Nicht-Internet-Nutzer die Begriffe schon einmal gehört. Ob es dabei um die Notlandung eines Flugzeugs auf dem Hudson River oder die Organisation einer Revolution in Ägypten geht – soziale Netzwerke kann sich niemand mehr wegdenken.

Was bedeutet dies nun für Unternehmen?

Zunächst stößt das Thema bei vielen Firmen auf Ablehnung. Facebook und Co. sind „Spielkram“ aus dem privaten Bereich, die im Unternehmen nichts zu suchen haben. Den Mitarbeitern wird die Nutzung dieser Medien untersagt und sie sollen so weitermachen wie bisher.

Sicherlich kann man das Thema damit für sich schnell abhaken und zur Tagesordnung übergehen. Doch das wäre eine extrem kurzsichtige Vorgehensweise. Unternehmen müssen sich schnellstmöglich mit sozialen Netzwerken auseinander setzen. Warum das so ist, zeigen die nachfolgenden Thesen.

  • Die Mitarbeiter nutzen die sozialen Netzwerke sowieso.

Auch wenn die sozialen Netzwerke vom Arbeitsplatz verbannt werden – im Privatbereich kann die Nutzung nicht untersagt werden. Viele Benutzer sind bereit, sehr persönliche Informationen von sich preiszugeben. Und das bedeutet in sozialen Netzwerken auch eine schnell nachvollziehbare Verbindung zum Unternehmen. Diskutiert ein Mitarbeiter beispielsweise privat in einem Forum auf XING, so steht fast immer der Name seines Unternehmens daneben.

  • Die Konkurrenz nutzt die sozialen Netzwerke bereits.

Die sozialen Netzwerke sind ein inzwischen wichtiger Werbeträger geworden. Auch wenn – wie bei Marketingmaßnahmen üblich – der Erfolg teilweise schwer messbar ist. Wer sich aber bei Facebook mal die Fanseiten der aktiven Unternehmen anschaut, der wird merken, dass eine intensive Bindung zwischen dem Unternehmen und dem Konsumenten aufgebaut wird. Und diese kann – im Gegensatz zu den klassischen Medien – sogar in beide Richtungen funktionieren. Etwas Besseres kann sich kein Unternehmen wünschen.

  • Die Bewerber erwarten soziale Netzwerke.

„Fachkräftemangel“ heißt ein immer wieder strapaziertes Wort. Und jeder Unternehmer weiß, dass die Gewinnung qualifizierter Arbeitnehmer immer schwieriger wird. Die von den Schulen und Universitäten nachrückenden zukünftigen Mitarbeiter bringen das Leben in sozialen Netzwerken als Selbstverständlichkeit mit. Es wäre ein Schritt in die digitale Steinzeit, in einem Unternehmen anzufangen, in dem soziale Netzwerke keine Selbstverständlichkeit sind.

  • Soziale Netzwerke tragen zum Unternehmenserfolg bei.

Waren früher die Produktionsfaktoren Boden, Kapital und Arbeit am wichtigsten, so ist in den letzten Jahren ein vierter Faktor für viele Unternehmen noch wichtiger geworden: Information. Denkt man sich heutzutage in einem Unternehmen die zur Verfügung stehenden Informationen einmal weg, so ist in den meisten Fällen das Unternehmen nicht mehr überlebensfähig. Grundsätzlich ist das jeder Unternehmensführung klar.

Im letzten Jahrzehnt hat man in vielen Firmen mit viel Aufwand versucht, ein Wissensmanagement einzuführen. Die im Unternehmen vorhandenen Informationen sollten gespeichert werden und somit für andere Mitarbeiter zugänglich sein.

In den meisten Fällen blieb dies erfolglos, weil die dazugehörigen Werkzeuge nicht in den Arbeitsalltag der Mitarbeiter integriert werden konnten. In den sozialen Netzwerken wird vollkommen freiwillig eine Menge an Wissen bereitgestellt. Die Mauer der fehlenden Zuarbeit ist mit den neuen Möglichkeiten endlich überwunden.

Wie sollten Unternehmen nun vorgehen?

Wie bei allen neuen Themen sollte man sich nicht durch die Technik und deren Möglichkeiten treiben lassen, sondern strukturiert den Bedarf anhand des Unternehmenszwecks und der Strategie aufnehmen und diesen mit den Möglichkeiten der Technik abgleichen.

Zunächst einmal sollte klar sein, dass Social Business, wie soziale Netzwerke beim Einsatz in Unternehmen häufig genannt werden, aus zwei Komponenten besteht:

  • Offensichtlich ist die externe Komponente. Es muss strategisch und operativ geklärt werden, wie sich das Unternehmen und die Mitarbeiter in den am Markt bereits etablierten Netzwerken „bewegen“. Dies ist als Marketingaufgabe zu verstehen, denn es geht um die Außendarstellung der Firma.
  • Weniger offensichtlich, aber nicht weniger wichtig ist die interne Komponente. Das Unternehmen kann die zur Verfügung stehenden neuen Technologien für die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander einsetzen – quasi als Weiterentwicklung des bisherigen Intranets. Hier sind eher die Bereiche Unternehmens-organisation oder Personal in der Verantwortung. Im Endergebnis müssen dann beide Komponenten zusammenspielen.

Grundsätzlich steht bei der Einführung die Technik im Hintergrund. Das Unternehmen muss sich aber auch in seinen Strukturen und Denkweisen ändern und dies den Mitarbeitern gegenüber deutlich kommunizieren. Ist das Unternehmen dazu nicht bereit, sollte das Thema gleich zu den Akten gelegt werden. Einige Beispiele von vielen notwendigen Veränderungen sind:

  • Die Informationen müssen für alle Mitarbeiter im Unternehmen transparent sein. Die Wichtigkeit von Mitarbeitern aufgrund von Informationsvorsprüngen muss der Vergangenheit angehören. Selbstverständlich ist damit nicht gemeint, vertrauliche Informationen allen zugänglich zu machen.
  • Mitarbeiter müssen für die Weitergabe von Informationen belohnt werden. Zukünftig entscheidet bei der Beförderung oder der Besetzung von interessanten Projekten nicht mehr die Betriebszugehörigkeit, sondern die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich aktiv im Sinne des Unternehmens am Austausch der Informationen zu beteiligen - auch über die eigentliche in der Stellenbeschreibung festgelegte Aufgabe hinaus.

Wie bei allen Veränderungen bestehen natürlich auch Gefahren. Schnell kann man sich im Dschungel der neuen Möglichkeiten verheddern und damit unerwünschte Effekte erzielen. Es gibt viele Beispiele von Unternehmen, die sich durch falsch verstandenes Engagement in sozialen Netzwerken Schaden zugefügt haben. Nichts zu tun, ist aber auch nicht besser. Jedes Unternehmen muss sich in Zukunft mit dem Thema auseinandersetzen, am besten mit einer strukturierten und strategisch geplanten Vorgehensweise.