FSS.social
25Nov 130

4 von 10 Deutschen nutzen Soziale Netzwerke

am Montag, den 25. November 2013

Wie statista.com in dieser Studie berichtet, nutzen aktuell 40% der Deutschen soziale Netzwerke. Im europäischen Vergleich ist dies noch deutlich hinten - bei unserem Nachbarn Niederlande ist man schon bei fast 65%. So zumindest der Stand, wenn man die Nutzung im Verhältnis zur Bevölkerungszahl setzt. In absoluten Zahlen hat sich Deutschland inzwischen auf Platz 1 vor Großbritannien gesetzt.

Auch wenn es "nur" 40% sind - die Frage warum nicht jedes Bankhaus sich bereits aktiv mit der Teilnahme an diesen sozialen Netzwerken auseinander setzt, stellt sich. In unserem Artikel "Social Media: Und was ist mit Omnikanal-Banking" aus dem August haben wir dieses Thema angesprochen.

 

19Apr 130

93% der Banken und Sparkassen betreiben oder planen eine Facebook-Seite

am Freitag, den 19. April 2013

Zu diesem Ergebnis zumindest kommt eine Studie von "ibi research an der Universität Regensburg". Trotz dieser bereits erstaunlich hohen Dichte an Bankseiten sind nur 16% der befragten Facebook-Nutzer Fans einer solchen Seite.

Die Studie geht darauf ein, dass die Banken zu wenig Finanzinformationen auf ihren Seiten platzieren. Jeweils gut 20% der Befragten wären Posts einmal in der Woche, mehrfach in der Woche oder sogar täglich recht. Offensichtlich kommen die Anbieter den Wünschen der Fans nicht nach und veröffentlichen zu selten Beiträge.

Der ganze Text der Pressemitteilung kann hier nachgelesen werden.

Aus unserer Sicht kann die Kurzdarstellung des Studienergebnisses suggerieren: Facebook-Seite einrichten (wenn nicht bereits vorhanden) und regelmäßig zu Finanzthemen posten. Doch das ist aus unserer Sicht deutlich zu kurz gesprungen.

Bundesweit nutzten 2012 rund 80 Prozent der 14- bis 29-Jährigen inzwischen ein soziales Netzwerk, aber auch von den 30- bis 39-Jährigen sind inzwischen 56 Prozent Mitglied in einem sozialen Netzwerk. Selbst von den 50- bis 64-Jährigen nutzt gut jeder Fünfte ein soziales Netzwerk im Internet (Quelle: Allensbacher Computer- und Technik-Analysen, zuletzt ACTA 2012).

Geht man von einer ähnlichen Quote unter den Bankkunden aus, hätten die Banken und Sparkassen ein deutlich höheres Potenzial, ihre Kunden in einem sozialen Netzwerk zu erreichen. Trotzdem sind laut der Studie nur 16% der befragten Facebook-Nutzer überhaupt Fans einer Bankseite.

Welche Aspekte sollten berücksichtigt werden?

  • Facebook alleine zu betrachten ist nicht ausreichend. Der Markt der sozialen Netzwerke ist nicht nur "Facebook", sondern hat viele weitere Netzwerke. Auch die stetige und vor allem extrem dynamische Änderung dieses Marktes verlangt eine breite, aber auch gezielte Aufstellung. Die einstigen Senkrechtstarter MySpace und Schüler-/StudiVZ sind nur heute nur noch Geschichte.
  • Wer sich auf den "typischen" Fanseiten von Banken und Sparkassen registriert, der ist auch an Finanzthemen interessiert. Scheinbar wird so aber nicht die repräsentative Anzahl von potenziellen Bankkunden erreicht ("nur 16% der Facebook-Nutzer...). Fazit: wenn schon eine Finanzseite online gestellt wird, dann muss sie auch gut sein. "Gut" bezieht sich nicht nur auf die Inhalte, die Aktivität bei der Diskussion mit den Nutzern, sondern auch auf die Anzahl der Beiträge - hier ist es oft schwierig, die richtige Menge zu finden. Dazu muss man "seine Community" gut kennen. Neben Finanzthemen haben Banken und Sparkassen aber sicherlich auch viele andere  Themen, die es lohnt in sozialen Netzwerken mit einer Fangemeinde zu diskutieren und mit denen man vielleicht oft eine größere Gemeinde erreichen kann als mit Finanzthemen.
  • Allein ein gute Seite ins Netz zu stellen, ist zu wenig. Es müssen auch Inhalte regelmäßig bereitgestellt werden und die Seite muss gepflegt werden. Pflege heisst nicht mehr nur "Content", sondern aktive Kommunikation mit den Fans. Dazu muss Personal mit entsprechender Kompetenz bereitstehen und auch Prozesse sind zu definieren. Gerade die Kompetenz ist hier im doppelten Sinn zu verstehen: soziale Kompetenz des Mitarbeiters zum einen, aber die Kompetenz für das Unternehmen Aussagen treffen zu dürfen. Im Netz muss schnell reagiert werden. Gerade die Fans an die Seite zu binden und eine aktive "Community" aufzubauen, ist das Ziel und zugleich die schwierige Herausforderung für den Seitenanbieter.

FSS unterstützt Banken und Sparkassen mit dem Beratungsprodukt FSS.social aktiv bei dem Aufbau ihres Auftritts in sozialen Netzen und legt dabei den Schwerpunkt auf die dafür nötigen internen Prozesse und Organisationsstrukturen.

 

2Apr 130

Gartner-Studie zu Online-Marketing

am Dienstag, den 2. April 2013

Das Portal internetworld.de berichtet über eine Gartner-Studie, die aufzeigt, dass Social Media kein Ersatz für herkömmliche Unternehmensseiten ist. Für 45% aller an der Umfrage beteiligten Unternehmen spielt die Webseite nach wie vor eine übergeordnete Rolle, allerdings dicht gefolgt von einer Seite in den sozialen Netzwerken mit 43%.

Der gesamte Artikel findet sich hier.

Worauf die Studie nach unserer Sicht nicht eingeht, ist die Zunahme der sozialen Komponenten auf den Unternehmenswebseiten. Sowohl die Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook, Google+ oder Twitter als auch der Einbau dieser Komponenten im Sinne des Aufbaus einer Kundencommunity fordern eine neue Unternehmenskultur im Umgang mit den Kunden. Somit ergibt sich bei einer Trennung zwischen Unternehmenswebseiten auf der einen Seite und sozialen Netzwerken auf der anderen Seite sicherlich (noch) eine ausgeglichene Bilanz. Hätte man aber die Nutzung von sozialen Komponenten im Unternehmensmarketing betrachtet, wäre die ermittelte Prozentzahl sicherlich deutlich höher gewesen.

6Nov 120

Kundenbetreuung per Social Media

am Dienstag, den 6. November 2012

Wer hat die Erfahrung noch nicht gemacht? Man benötigt von einem Unternehmen zu einem Produkt Hilfestellung und wendet sich an den Support. Egal, ob man den telefonischen oder den elektronischen Weg wählt: meist sind die Erfahrungen eher gemischt. Woran aber liegt das?

  1. Warteschlangen
    Oft ist die erste Hürde die Warteschlange. Oft beginnt sie nach dem Abheben des Telefonhörers durch eine nervtötende Musik oder dem freundlichen Hinweis, es doch vielleicht später noch einmal zu versuchen. Der elektronische Weg führt meist über eine Formular auf der Webseite oder eine E-Mail, bringt aber auch nur im besten Fall eine schnelle automatische Rückmeldung, dass man sich des Falles annehmen wird. Die Wartezeit danach ist der Warteschlange am Telefon nicht unähnlich. Hat das Unternehmen gerade eine allgemeine Problemsituation zu bewältigen, verschlimmert sich das obene beschriebene Vorgehen meist exponentiell.
  2. Anonymität
    In vielen Situationen reicht ein einmaliger Kontakt mit dem Support nicht aus, weil vielleicht Rückfragen existieren oder das Problem nicht auf Anhieb verstanden wurde. Egal, ob der telefonische oder elektronische Weg gewählt wurde, meist fängt der Kunde mit seinen Erläuterungen wieder von vorne an. Weder der Kunde noch der Support-Mitarbeiter haben die Chance, einen Fall gemeinsam zur Lösung zu bringen.
  3. Qualität
    Die Qualität der Antwort kann immer nur so gut sein, wie das persönliche Wissen des Supportmitarbeiters. Hat der Kunde das Pech, an einen neuen Mitarbeiter zu geraten, der die Wissensdatenbank nicht optimal bedienen kann, bekommt er im besten Fall keine, im schlechteren Fall sogar eine falsche Antwort. Die "Unternehmensmeinung" kann sich im Laufe einer Bearbeitung schnell einmal um 180 Grad drehen.

Diese Probleme sind nicht neu, sondern seit Bestehen sogenannter Call-Center bekannt. Auch mit bester technischer Ausstattung ist bis heute keine sinnvolle Lösung gefunden worden.

Könnte Social Media hier helfen? Stellen wir uns doch einmal vor, ein Unternehmen hat in einem sozialen Netzwerk eine Kundencommunity für Supportfälle geöffnet. Dabei ist es unerheblich, ob es sich Facebook, Google+ oder eine eigene soziale Software handelt - wichtig ist die Arbeitsweise. Wie läuft das nun ab?

Der Kunde hat ein Problem und möchte mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen.

  • Im Idealfall durchsucht er die Community und findet die Lösung für sein Problem (ein Anruf/E-Mail weniger).
  • Läuft es nicht so ideal, sucht er gar nicht erst bzw. findet nichts dazu, sondern stellt seine Frage direkt in der Community ein. Sie ist nicht nur für den Support sichtbar, sondern für alle Teilnehmer. Im wiederum besten Fall antwortet ein anderer Teilnehmer der Community und beantwortet die Frage bzw. verweist auf die korrekte Antwort (ein Anruf/E-Mail weniger).
  • Beantwortet kein Mitglied der Community, so wird dies durch den Supportmitarbeiter erledigt.

Welche Vorteile ergeben sich nun für den Kunden und auch für das Unternehmen?

  1. Der Kunde erspart sich die Warteschleifen am Telefon. Die Wartezeiten bei der Beantwortung von E-Mails können (nicht müssen) sich reduzieren, weil vielleicht andere Mitglieder der Community weiterhelfen. Die Supportmitarbeiter können immer noch regulierend eingreifen. Sehr wahrscheinlich ist es aber, dass die "Schwarmintelligenz" die Kompetenz eines einzelnen Mitarbeiters deutlich übersteigen kann. Als Schwarm ist die Summe aller Teilnehmer (Kunden und Supportmitarbeiter) gemeint.
  2. Im Falle der oben angesprochenen allgemeinen Problemsituationen stehen den Kunden viel schneller die Informationen zur Verfügung. Er sieht sofort anhand der bereits aktuell erstellten Einträge, dass eine Problemsituation vorliegt und welche Lösungswege bereits diskutiert wurden. Das Unternehmen wird die Anzahl der Supportanfragen in solchen Situationen bei einer funktionierenden Community deutlich reduzieren können.
  3. Eine Supportanfrage entwickelt sich für alle sichtbar. D.h. auch die Supportmitarbeiter werden automatisch einen höheren Wert auf die Qualität legen. Sie sind namentlich sichtbar, werden von der Community kritisch gewürdigt und ihre Online-Reputation in der Community steht auf dem Spiel. Bei One-to-One-Supportanfragen wird sicherlich leichter mal ein Textbaustein gewählt, auch wenn der nicht so wirklich passt - aber der Call ist bearbeitet.

Sicherlich greifen die Vorteile nur, wenn das Unternehmen eine Community konsequent betreibt und den Aufbau konzeptionell konsequent und zielgerichtet betreibt. Insbesondere das Management des Unternehmens muss hinter der Vorgehensweise stehen, die Chancen und auch die damit verbundenen Risiken kennen und bereit sein diese einzugehen (z.B. Shitstorm etc.). Gleiches gilt für die Auswahl und Ausbildung der geeigneten Mitarbeiter - auch diese müssen das dahinter stehende Prinzip, die Netzspielregel und dies Unternehmens und auch ihren Kompetenzbereich kennen.

Sicher ist, dass in der Nutzung sozialer Netzwerke ein unheimliches Potenzial für Unternehmen steckt, welches heute nur in Ansätzen von wenigen Unternehmen gelebt wird. Die aktuell aber schon auffindbaren Beispiele zeigen aber, dass auch große Unternehmen mit vielen Kunden durchaus erfolgreich Support über soziale Netzwerke anbieten können.